
Mitten im Iran-Krieg öffnet US-Präsident Donald Trump Saudi-Arabien die Tür zur Urananreicherung. Mit dem Wüstenstaat schloss er ein 30-jähriges Atomabkommen. US-Energieminister Chris Wright und Prinz Abdulaziz bin Salman unterzeichneten den sogenannten 123-Vertrag. Er räumt amerikanischen Unternehmen beim Bau von Reaktoren und der dazugehörigen Infrastruktur Vorrang ein.
Nach einer gemeinsamen zweijährigen Studie könnte Saudi-Arabien eine eigene Urananreicherungsanlage errichten. Internationale Inspektoren sollen zwar Zugang zu sensiblen Standorten erhalten, dieser soll jedoch eingeschränkt sein. Das Abkommen wird nun vom US-Kongress geprüft. Für amerikanische Unternehmen stehen Aufträge im Milliardenumfang in Aussicht.
Experten warnen vor einem Dominoeffekt: „Wo Saudi-Arabien hingeht, folgen die Emirate, die Türkei und Ägypten“, sagt Henry Sokolski. US-Senator Bernie Sanders bezeichnet das Abkommen als „absurd“ und verweist auf Saudi-Arabiens Status als „brutale Diktatur“. Die Politikwissenschaftlerin Rosemary Kelanic kritisiert den Zeitpunkt als „idiotisch“, da das Abkommen mitten im Konflikt mit dem Iran geschlossen wurde. Kronprinz Mohammed bin Salman hatte mehrfach erklärt, dass Saudi-Arabien bei einem iranischen Besitz von Atomwaffen „so schnell wie möglich“ nachziehen werde.
Die US-Regierung und Israel begründeten den Beginn der Angriffe auf den Iran Ende Februar vor allem mit dem mutmaßlichen Atomwaffenprogramm der Islamischen Republik. Teheran weist diesen Vorwurf jedoch seit Jahren zurück.
Welche Sicherheitsstandards für dieses Abkommen tatsächlich gelockert wurden und welche Auswirkungen dies auf die Stabilität der Region haben könnte, ist bislang unklar.
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