Ein Kommentar von AUF1-Nachrichtenleiter Martin Müller-Mertens
In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Partei Die Linke personell nahezu ausgetauscht und programmatisch neu erfunden: Vom koalitionsorientierten Verwaltungsapparat zur aktivistischen Antifa-Partei. Auf dem Parteitag in Potsdam ist diese Entwicklung nun endgültig in der Linken-Führung angekommen.Besonders deutlich zeigt sich das bei den Vorsitzenden. Der Abgang von Jan van Aken – offiziell aus gesundheitlichen Gründen – markiert das Ende der sogenannten „Regierungslinken“ an der Parteispitze. Der neue Co-Vorsitzende Luigi Pantisano vollendet den Kurswechsel im Bundesvorstand. Er hatte nicht einmal einen Gegenkandidaten. Pantisanos bewusste Ausfälle am Rande des Parteitages (CDU gleich Faschisten) geben den künftigen Sound der Linken vor.Ein Blick auf die Kandidatenlisten für die Landtagswahlen zeigt ebenfalls die Machtverschiebung. Im Berliner Abgeordnetenhaus wird die künftige Linksfraktion vor allem von Antifa- und Queer-Aktivisten geprägt sein. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo die Partei den Einzug knapp verfehlte, wäre das Bild ähnlich gewesen. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verfügt die „Regierungslinke“ zwar noch über starke Bastionen. Doch auch dort ist dieser Wandel nicht mehr aufzuhalten.Die 53,3 Prozent für Pantisano in Potsdam sind deshalb keine Niederlage für die Antifa. Sie sind lediglich Ausdruck eines Rückzugsgefechts der „Regierungslinken“.
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