Frankreich brennt weiter. Gestern um 15.10 Uhr war die Lage schon klar: Schulbrände in Nantes, Barrikaden in Bordeaux, Feuerwerkskörper auf Polizisten in Saint-Denis, 625 Festnahmen allein am Mittwoch. Was danach kam, war keine Beruhigung, sondern die Bilanz.
Am Donnerstag nahm die Polizei 1.949 Menschen fest, dreimal so viele wie am Vortag. Rund 300 Einsatzkräfte wurden verletzt. In Marseille brannte ein Bus aus, Scheiben von Schulen lagen in Scherben. In Paris-Centre stand der Bürgermeister vor verrußten Türen und zertrümmerten Café-Fenstern. In Palaiseau liefen Vermummte mit algerischen und palästinensischen Fahnen an einem Feuer vorbei.
Die Nachrichtendienste nennen LFI und das linke Vorfeld als Anstifter. Mélenchon stellte sich erst gegen die Polizei, dann auf Gewaltfreiheit. Für Freitag bleiben über 400 Schulen dicht, Versammlungen davor sind verboten. Paris antwortet mit Dialogrunden. Wer Schulen anzündet und Polizisten beschießt, probt keinen Bildungsstreik. Er probt den Ausnahmezustand.
