Ein Kommentar von AUF1-Nachrichtenleiter Martin Müller-Mertens
Der Krieg, den Trump und Netanjahu mit dem Bombardement einer Mädchenschule begannen, hat ein weiteres Ziel: Deutschland. Denn ein entfesselter Waffengang in der Region wird – früher oder später – die Frage des Schutzes Israels aufwerfen. Und der ist für das bundesdeutsche Establishment bekanntlich Staatsräson. Dass Außenminister Johann Wadephul von Israel als erster ausländischer Vertreter über den bevorstehenden Angriff informiert wurde, ist kein Ausdruck von Wertschätzung, sondern die kaum verhohlene Forderung, sich bereitzuhalten.
Damit wird Deutschland in eine doppelte Konfrontation gezwungen: bislang schon gegen Russland, nun gegen den Iran. Noch ist das kein heißer Krieg – jedenfalls für Berlin. Doch das kann und wird sich ändern – die Vorbereitungen laufen bereits. Und es muss nicht bis 2029 dauern.
Damit ist auch das Gebot der Stunde klar: Eine Friedensbewegung muss ihre Stimme erheben. Das bedeutet konkret: Sie muss sich überhaupt erst einmal als wahrnehmbare Kraft bilden. Gegen NATO, EU-Militäralbträume, Aufrüstung und Wehrpflicht. Vor über 100 Jahren – als Deutschland schon einmal auf die Schlachtfelder zur Neuaufteilung der Welt getrieben wurde – lautete die Parole: „Kein Mann und keine Mark für den imperialistischen Krieg.“ Dieser Satz ist wieder aktuell geworden.
