Die Russin Angelina Melnikova dominierte die Turn-EM in Zagreb: Gold im Mehrkampf, Gold am Sprung, Gold mit dem Team sowie Bronze am Schwebebalken und am Boden. Doch bei den Siegerehrungen blieb von ihrer nationalen Zugehörigkeit nichts sichtbar. Weder die russische Flagge noch die russische Hymne waren erlaubt. Stattdessen wehte die Flagge des Weltverbands World Gymnastics, begleitet von neutraler Musik.
Dabei hatte World Gymnastics im Mai 2026 sämtliche Beschränkungen aufgehoben und Flagge sowie Hymne wieder zugelassen. Auch European Gymnastics folgte diesem Kurs. Für bereits vergebene Veranstaltungen blieb jedoch ein Schlupfloch: Gastgeberstaaten konnten nationale Symbole weiterhin untersagen. Kroatien machte davon für die EM in Zagreb Gebrauch und verbot Flaggen, Hymnen und andere nationale Symbole Russlands und Weißrusslands. Die Sportlerinnen und Sportler traten deshalb nur als WG1 beziehungsweise WG2 an, unter der Flagge von World Gymnastics und zu neutraler Musik.
Schon die Anreise war überschattet: Visa-Probleme verzögerten die Einreise von Melnikova und weiteren Athletinnen und Athleten bis kurz vor Beginn der Wettkämpfe. Als Melnikova schließlich Gold am Sprung gewann, konnte sie bei der Siegerehrung ihre Tränen nicht zurückhalten.
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