Wahl in Bulgarien: Klatsche für Pro-Brüssel-Kräfte, aber auch für Patrioten
19.4.2026, 19:11:12

Ein Kommentar von AUF1-Nachrichtenleiter Martin Müller-Mertens

Rund vier Monate nach der erzwungenen Euro-Einführung krempelt die vorgezogene Neuwahl die politischen Verhältnisse in Bulgarien um. Die bisherige Regierungspartei GERB verlor laut Nachwahlbefragungen deutlich auf nur noch 15 Prozent – das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. GERB steht für ein weitgehend korruptes Regierungssystem, dass durch Linientreue zur EU seine Geschäfte absichert. Das auch ideologisch auf Brüssel orientierte Bündnis PP–DB erhielt 13 Prozent und erlitt leiche Verluste – konnte also nicht vom GERB-Niedergang profitieren.

Dagegen setzte sich die neugegründete Partei Progressives Bulgarien von Ex-Präsident Rumen Radew mit knapp 40 Prozent durch. Radew profitierte vor allem von seiner Rolle als Hoffnungsträger – sein politischer Kurs ist unklar. Als Präsident kritisierte er latent die Euro-Einführung und lehnt Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Zugleich ist absehbar, dass er keine Konfrontation mit Brüssel riskieren will. Radew ist damit die Neuauflage des in Bulgarien wiederholt erfolgreichen Typus eines „weißen Ritters“, der Erlösungshoffnungen bedient.

Sein Erfolg ging auf Kosten der patriotischen Opposition. Die Partei Wiedergeburt erlebte einen Absturz, kann sich mit voraussichtlich fünf Prozent jedoch im Parlament halten. Die Partei Welitschie („Herrlichkeit“) verpasste dagegen den Wiedereinzug. Welitschie tritt patriotisch auf, gilt aber vor allem als persönliches Projekt des Oligarchen Iwelin Michajlow.

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