Ein Kommentar von AUF1-Nachrichtenleiter Martin Müller-Mertens
An der Grenze klicken die Handschellen. Nicht für illegale Migranten – sondern für Deutsche, die ihr Land für ein paar Monate verlassen haben und nun zurückkehren. Das ist keine düstere Vorahnung einer neuen Lockdown-Republik – es ist geltendes Recht in Deutschland.
Gemeint ist das neue Wehrdienstgesetz. Männer zwischen 18 und 45 Jahren benötigen seit Januar eine Genehmigung der Bundeswehr, wenn sie sich länger als drei Monate im Ausland aufhalten wollen. Aufgefallen ist das erst jetzt. Die Bundeswehr beschwichtigt: Umgesetzt werde das Ganze vorerst nicht.
Natürlich nicht – noch ist Frieden. Einen Sommer, vielleicht auch zwei, mag es noch dauern, bis die Birkenstock-Sandale dem NATO-Stiefel weicht. Bis wir aufwachen in einem Krieg, dessen Ablauf längst geplant ist – vom Zugriff der Merzschen Verfügungstruppe – Verzeihung: den „Karrierecentern“ der Bundeswehr – bis hin zur letzten Ruhe unter dem Stahlhelm am regenbogenfarbenen Holzkreuz. Vorbereitet wird es in Gesetzen, von deren Existenz wir offenbar nur zufällig erfahren. Und jene, die uns dann in Marsch setzen, werden sagen: Es hat ja niemand protestiert, als wir es beschlossen haben.
Es ist keine neue Erkenntnis: Ein Krieg beginnt nicht mit dem ersten Schuss. Er beginnt, wenn sich die Herrschenden entscheiden, die Völker zur Schlachtbank zu führen. Zunächst geschieht das langsam, beinahe lautlos. Und dann: eine Hausdurchsuchung hier, eine Rationierung dort. Alles nur vorübergehend, wegen der Umstände, für „unsere Demokratie“. Das Soldatenmaterial soll schon mal im Land bleiben – natürlich nur theoretisch, vorerst. Noch einen Sommer. Oder zwei.
Sie tun das, weil sie es können. Weil wir es zulassen. Doch genau das bedeutet auch: Krieg ist kein Naturgesetz. Er ist nicht unausweichlich. Er findet nicht statt, wenn wir uns weigern, ihn zu führen.
