Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung — und trotzdem bleiben Darmspiegelung, Labor und andere Untersuchungen ohne eindeutigen Befund. Irgendwann lautet die Diagnose: Reizdarm. Doch Dr. Matthias Kraft stellt eine entscheidende Frage: Ist damit wirklich geklärt, was der Patient hat — oder zunächst nur, was er offenbar nicht hat?
Der erfahrene Gastroenterologe erklärt, warum er das Reizdarmsyndrom als Ausschlussdiagnose betrachtet und weshalb für ihn eine ganzheitlichere Suche nach möglichen Einflussfaktoren wichtig ist. Dabei geht es um Mikrobiom und Ernährung, Unverträglichkeiten und Stoffwechsel — aber vor allem um die bislang häufig unterschätzte Verbindung zwischen Darm, Gehirn, Stress und Nervensystem. Besonders spannend wird das Gespräch bei der Frage, ob manche vermeintlichen Darmprobleme ihren entscheidenden Ausgangspunkt möglicherweise an anderer Stelle haben. Kraft berichtet von Patienten, bei denen Angst, chronischer Stress und eine dauerhafte Übererregung des Nervensystems eine wesentliche Rolle spielten. Dabei macht er deutlich: Das bedeutet keineswegs, dass die Beschwerden „nur psychisch“ oder eingebildet sind. Vielmehr betrachtet er Darm und Gehirn als miteinander kommunizierende Systeme. Die zentrale Botschaft dieser Sendung: Reizdarm muss nicht das Ende der Diagnostik sein. Für Matthias Kraft kann die Diagnose vielmehr der Ausgangspunkt dafür sein, den Menschen umfassender zu betrachten — und individuelle Möglichkeiten zu finden, Beschwerden zu lindern und wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln.
Den Originalbeitrag unserer Schweizer Kollegen von QS24.tv finden Sie hier:
https://www.youtube.com/watch?v=XedjnVjR2PY


